Kunsthistorische Route
Ein Rundgang durch die Geschichte von Peñíscola bei Erkundung seiner magischen Ecken.
LA PORTETA
Wir beginnen den Rundgang an diesem Punkt, ein geeigneter Ort, um eine kurze etymologische Annäherung an den Ursprung des Ortsnamens von Peñíscola zu machen, der das erste Mal mit dem griechischen Namen Chersonesos auftaucht und dessen Übersetzung „Halbinsel“ (península) sein würde. Somit verwandelt sich das griechische Chersonesos in der römischen Epoche in den Ortsnamen „pene+iscola“, (d.h. „fast Insel“ aufgrund ihrer unebenen Topografie), die lateinische Form, von der sich der aktuelle Name ableitet. Während des Aufenthalts der Araber verwandelten es sich in Banáskula: Reich an Wasser, uneinnehmbar, umgeben von Ländereien. Wir stellen fest, dass die gegebenen Namen im Zusammenhang mit seinem Standort der topografischen Unanfechtbarkeit stehen, in der die Süβwasserquellen, die auf demselben Tombolo entspringen, eine bedeutende Rolle gespielt haben. Möglicherweise und aufgrund seiner guten natürlichen Bedingungen fanden die meisten Zivilisationen und Völker in dem Tombolo und seiner Umgebung einen idealen Ort. Die verschiedenen Völker, die ihn bewohnt haben, haben uns ein reiches archäologisches Erbe hinterlassen, das teilweise in dem Museum des Meeres besichtigt werden kann. An dem Ort, an dem wir sind, befand sich der ursprüngliche Hafen, was sich anhand der immer noch existierenden Reste eines Teils der ehemaligen Stadtmauer mit ihren Strebebögen, einem Metallring für die Verankerung der Schiffe und derselben Porteta erweist: Das Tor des ehemaligen Anlegesteges. Ebenso treffen wir auf das Puerta del Socorro (Not-Tor), das auf schnelle und direkte Weise den alten Hafen mit der Burg verband.
ARTILLERIE-DEPOT
Ein Werk des militärischen Ingenieurs Antonelli, das ein ehemaliger militärischer Bereich ist, wo die mittelalterlichen Stadtmauern mit denjenigen aus der Renaissance zusammentreffen. Es markiert Winkel, die Spitzen bilden, um die Festung auf diese Weise noch uneinnehmbarer zu machen. Hier kann man das im Jahre 1748 erbaute Pulvermagazin besichtigen, dessen Bau modellhaft war. Vor Jahren wurde es zu einem botanischen Garten umgestaltet, wo man die urwüchsigen Spezies der Serra d‘Irta-Bergkette betrachten kann. Es ist ein herrlicher Garten, von dem wir die wunderbare Aussicht genieβen können.
WAFFENPLATZ
Dieser Platz ist der Ort, wo an jedem achten und neunten September Les Danses stattfinden, eine uralte foklorische Darbietung, in der Prozessionstänze durchgeführt werden, die die Ehrfurcht vor der Mare de Dèu (Jungfrau) der Ermitana zum Ausdruck bringen. Diese Tradition datiert aus der Epoche, in der die Festung von Jakobus I. zurückerobert wurde, der den Kult um das Jungfrauenbild zurückbrachte, das Geschenk des Apostels Jakobus war. Auf diesem Platz sticht das Vorhandensein der Freitreppe hervor, die uns bis zu der Ermitana-Kirche bringt, Prozessionsstrecke, die die Dansants (Tänzer) zurücklegen, indem sie sich zu zweit in Richtung des Tempels bewegen und einer von ihnen den anderen auf den Schultern trägt.
LA VIRGEN DE LA ERMITANA-KIRCHE
Sie ist das Zentrum der volkstümlichen Ehrfurcht mittelalterlichen Ursprungs. Sie liegt neben der Burg auf einem Gelände, auf dem in dem 6. Jahrhundert ein anderes religiöses Gebäude existierte. Die Bauarbeiten des derzeitigen Heiligtums wurden zwischen 1708 und 1714 auf Ersuchen des Statthalters des Platzes, Don Sancho de Echevarria, in einem unverbesserlichen Bau aus Hausteinmauerwerk mit perfekter Bearbeitung seiner Ornamente, Wappen und Zierleisten durchgeführt. Der Bauplan der Fassade integriert den Glockenturm bis zu dem Giebel mit einer schlichten kompositiven Eleganz, die innerhalb des valencianischen Barrocks selten vorkommt.
DIE BURG DES PAPSTES LUNA
Sie liegt in der höchstgelegenen Zone des Felsens mit einer Höhe von 64 m über dem Meer. Ihr Umfang beträgt etwa 230 m, und sie hat eine durchschnittliche Höhe von 20 m. Die Templerritter errichteten diesen romanischen Bau zwischen 1294 und 1307 auf Resten der ehemaligen arabischen Festung. Mit ähnlichen Eigenschaften wie die von denselben Rittern im Heiligen Land und Katalonien errichteten Bauten sticht ihre Ähnlichkeit mit der 150 Jahre zuvor erbauten Miravet-Burg hervor. Benedikt XIII. führte während seines Aufenthalts in dieser Burg kleine Umbauten durch und verwandelte sie in eine Papstresidenz. Der Bau der Mauern ist aus bearbeitetem Stein, und alle Räume sind mit Tonnengwölben abgedeckt, gelegentlich etwas spitzbögig, die von einem sehr einfachen Gurtsims ausgehen. Die Hohlräume der Türen sind mit einem breiten und grosszügen Bogengestein verputzt. In dem gesammten Ensemble sticht die Schlichtheit und Solidität des Baus hervor, sowohl in den Räumlichkeiten der Templer als auch in den strategischen und verworrenden päpstlichen Aufenthaltsräumen, die Benedikt XIII. später errichten würde (in denen eine der besten Bibliotheken der Welt eingerichtet war). Aber vielleicht ist die gröβte architektonische Sehenswürdigkeit die gewölbte Abdeckung des Wachkorbs und die Schlichtheit und genaue Proportion der Basilika der Templer. Von Benedikt XIII. und Clemens VIII. als päpstliche Basilika benutzt, schlieβt sich an die Bauweisen des Restes der Räumlichkeiten der Altarraum an, der eine halbrunde Apsis bildet, die mit einer halben Kuppel abgedeckt ist, welche sich über einem Gurtbogen und einem kleinen, in der Mitte der Apsis befindlichen Kirchenfenster erhebt, das den Raum erhellt. In dieser Basilika ruhten eine Zeit lang die sterblichen Überreste des Papstes. Die durch Philipp II. eingeführten Umbauten, um die Festung zu bestücken, sowie die in den zahlreichen Kriegen und Belagerungen erlittenen Bombenangriffe veränderten die Formgebung der Burg nicht wesentlich, die im Jahre 1931 zu einem nationalen kunsthistorischen Denkmal erklärt wurde. 1957 wurde ihre Betreibung durch einen Ministererlass der Kreisverwaltung von Castellon übertragen, die mit ihrer Renovierung begann.
LEUCHTTURM
Beim Verlassen der Burg durch das Haupttor fällt als erster der Leuchtturm auf, ein typischer Seebau für die Leuchtwarnung der Seefahrer. Sein Licht erreicht etwa 35 Meilen. Früher wurden bei Nichtvorhandensein der Elektrizität Feuer verwendet. Daher rührt der Name Farons (Leuchtturm) der anliegenden Straβe. Der Leuchtturm ist eines der sinnbildlichsten Gebäude des im Jahre 1956 von Luis Garcia Berlanga in Peñíscola gedrehten Films Calabuch. Der derzeitige Bau ist aus dem Jahr 1892.
MUSEUM DES MEERES
Dieses kleine Museum liegt in dem ehemaligen Gebäude Les Costures (die Schulen), das in dem östlichsten Teil der Landspitze liegt und in dem 18. Jahrhundert als Artilleriequartier eingerichtet wurde. Das Museum des Meeres huldigt der Seefahrtstradition der Menschen von Peñíscola und zeigt die maritimen Aspekte von Peñíscola seit seinen ersten Zivilisationen bis zu dem heutigen Tage. Es ist in drei Sektionen aufgeteilt: Die geschichtlich-archäologische, wo man in die Ursprünge der Seefahrt von Peñíscola eindringt; die Sektion des Fischfangs, wo das Fischerdasein anhand einer gründlichen Analyse der Entwicklung der Schiffe, der Kunst und den Bereichen des Fischfangs und der Seefahrtstätigkeit dargestellt wird; die Sektion Marinefauna, die uns ermöglicht, die Lebensform und das Milieu kennenzulernen, in dem sich die groβe Anzahl von Arten dieses Meeres dank des ökologischen Reichtums seines Wassers und seiner Meeresböden entwickelt.
















